Fütterung allgemein

Pferde in freier Natur

  1. fressen ca. 18 Stunden mit gesenktem Kopf und Hals
  2. ernähren sich von hartem Gras, Blättern, Wurzeln und Früchten
  3. nehmen immer in kleinen Portionen Futter zu sich und legen am Tag bis zu 20 km zurück

Welche Auswirkungen haben die genannten Punkte auf den Pferdekörper und was passiert wenn sie nicht berücksichtigt werden?

  1. bei gesenkter Kopf und Halshaltung, wird der Bereich des Widerrists als auch die Sattellage angehoben. Dafür verantwortlich ist das lange Nackenband (Lig. nuchae). Dieses dient als passive Trageunterstützung für das Gewicht der Eingeweide als auch für das Reitergewicht. Haben Pferde, gerade im Winter nicht die Möglichkeit dauerhaft vom Boden zu fressen sondern zupfen ihr Heu aus Netzen, gibt es Verspannung der Halsmuskulatur. Durch die hochgehängten Netze und das evtl. Stehen in der Box, ist die gesenkten Kopf Halshaltung nicht gegeben und das Nackenband verliert seine Spannung. Andere Muskeln müssen kompensiert werden die nicht dafür gedacht sind. 
  2. Durch die Aufnahme von hauptsächlich harten Gräsern und Blättern, entsteht ein gleichmäßiger Abrieb von Schneide- und Backenzähnen. Unsere Hauspferde grasen hauptsächlich auf saftigen Weiden mit weichem Gras. Durch das weiche Gras oder auch  die Aufnahme von Heu, Silage oder Kraftfutter werden die Schneidezähne weniger gebraucht. Die Folge ist, zu lange Schneidezähne, größerer Kraftaufwand die Backenzähne in Kontakt zu bringen.  Der Kausschlag wird geringer und es entstehen scharfe Kanten. Diese können die Mundschleimhaut verletzen und Verspannungen im Kiefergelenk herbeigeführen. Wichtig ist regelmäßige Zahnkontrolle um dies zu verhindern!    
  3. Der Magen des Pferdes fasst ca. 20 Liter, er ist im Verhältnis relativ klein, unelastisch und „verschlossen“.  Pferde sollten daher den ganzen Tag über verteilt Raufutter zu sich nehmen. Abgesehen davon können lange Fresspausen von mehr als 4 Stunden schon Schäden an der Magenschleimhaut verursachen.  Ständige Bewegungen stimuliert die Darmtätigkeit. Stehen Pferde hauptsächlich in der Box ohne viel Bewegung, kann das Risiko einer Kolik erhöht sein.